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Cérémonie | Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Lager Sandbostel, 22. Juni

Die Gedenkstätte Lager Sandbostel lädt ein:

Donnerstag, 22. Juni 2017

17.00 Uhr

Gedenkveranstaltung anlässlich des 76. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

Ort: Kriegsgräberstätte Sandbostel (ehem. Lagerfriedhof), Bevener Str., 27446 Sandbostel

Eine Veranstaltung der
Stiftung Lager Sandbostel / Gedenkstätte Lager Sandbostel

Greftstr. 3
D – 27446 Sandbostel
Telefon: 04764 – 22 54 810
E-Mail: info@stiftung-lager-sandbostel.de
Internet: www.stiftung-lager-sandbostel.de

Am frühen Morgen des 22. Juni 1941 begann mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion ein neuartiger und erbarmungsloser Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg. Wehrmacht und deutsche Zivilbevölkerung waren mit rassistischer und politischer Propaganda auf den Kampf gegen die vermeintlichen „Untermenschen“ und den „jüdischen Bolschewismus“ vorbereitet worden.

Von den mehr als 3 Millionen 1941 in Gefangenschaft geratenen sowjetischen Soldaten starben bis Frühjahr 1942 etwa zwei Drittel. Bis zum Kriegsende wurden von der Wehrmacht insgesamt etwa 5,7 Millionen sowjetische Soldaten gefangen genommen, 3,3 Millionen und damit 60% von ihnen starben in Kriegsgefangenschaft.

In der besetzten Sowjetunion wurden die Kriegsgefangenen zunächst hinter der Front in großen Sammelstellen auf freiem Feld untergebracht. Politische Offiziere und jüdische Gefangene wurden hier selektiert und von der Wehrmacht ermordet. Auch in den speziellen „Russenlagern“ im Reichsgebiet gab es zunächst keine Unterkünfte, kaum Verpflegung und medizinische Versorgung.

Das Stalag X B Sandbostel war ursprünglich nicht als „Russenlager“ vorgesehen. Erst nachdem aufgrund der großen Zahl von Gefangenen und der sehr hohen Erkrankungsrate die organisatorischen Probleme im Stalag X D (310) Wietzendorf nicht mehr bewältigt werden konnten, verlegte die Wehrmacht sowjetische Kriegsgefangene auch nach Sandbostel. Hier wurden sie in eilig geräumten Baracken zusammengepfercht.

Bis Anfang Dezember 1941 erreichten etwa 20.000 sowjetische Kriegsgefangene das Stalag X B. Insgesamt durchliefen etwa 55.000 das Kriegsgefangenenlager Sandbostel. Registrierung, Desinfektion und Impfung der Gefangenen dauerten oft mehrere Tage, an denen sie bei Minusgraden vor der „Entlausungsanlage“ unter freiem Himmel lagern mussten. Die Unterkünfte der sowjetischen Kriegsgefangenen wurden streng von den anderen Lagerteilen abgeschirmt. Hilfe durch Kriegsgefangene anderer Nationen war daher kaum möglich.

Den Winter 1941/42 mussten die gefangenen Rotarmisten in völlig überfüllten Baracken ohne genügend Heizmaterial verbringen. Unzureichende Ernährung, fehlende Waschgelegenheiten und eine mangelhafte medizinische Versorgung verschlechterten ihre Situation zusätzlich. Bis März 1942 starben etwa 3000 sowjetische Gefangene in Sandbostel. Ihr Tod war dabei keine bedauerliche, aber unabwendbare Kriegsfolge, sondern zwingende und intendierte Konsequenz ihrer Behandlung in den Lagern.

Die Verstorbenen wurden dann anonym und pietätlos in Massengräbern auf dem Lagerfriedhof, der heutigen Kriegsgräberstätte Sandbostel verscharrt. Bis heute ist die Zahl der in Sandbostel ermordeten oder an Krankheiten und Mangelversorgung gestorben sowjetischen Kriegsgefangenen nicht bekannt. Knapp 4.700 sind namentlich bekannt. Eine Gesamtzahl lässt sich seriös nicht schätzen, es werden aber deutlich mehr sein.

Die systematische Missachtung des Kriegsvölkerrechts durch die Wehrmacht und der Massenmord an den sowjetischen Kriegsgefangenen ist erst spät als eines der größten Kriegsverbrechen in der Geschichte anerkannt worden.

Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr den renomierten Forscher Dr. Reinhard Otto aus Lemgo dafür gewinnen konnten, in einer Rede den 22. Juni 1941 und den Überfall auf die Sowjetunion historisch einzuordnen.

 Stiftung Lager Sandbostel ǀ Gedenkstätte Lager Sandbostel Anschrift: Greftstr. 3, 27446 Sandbostel Tel.: +49 (0)4764 – 22 54 810 Archivanfragen: archiv@stiftung-lager-sandbostel.de Besucherbetreuung: besucherbetreuung@stiftung-lager-sandbostel.de Veranstaltungen: veranstaltungen@stiftung-lager-sandbostel.de Allgemein: info@stiftung-lager-sandbostel.de Homepage: www.stiftung-lager-sandbostel.de Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9.00 bis 16.00 Uhr Sonn- und Feiertags 12.00 bis 16.00 Uhr (Nov. bis Feb.), 11.00 – 17.00 Uhr (Mrz. bis Okt.) (vom 21.12. – 4.1. ist die Gedenkstätte geschlossen) Öffentliche Rundgänge jeden zweiten und vierten Sonntag eines Monats um 14.00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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